
Das Einbauen von Slang in deine Inhalte kann sie lebendiger und überzeugender machen – klar. Aber was passiert, wenn du deine Inhalte für in anderen Sprachen übersetzen willst?
Natürlich lassen sich Slangausdrücke und umgangssprachliche Redewendungen nicht einfach so übernehmen – sie wirken sehr wahrscheinlich irritierend und im schlimmsten Fall sogar anschreckend. Um den richtigen Ton zu treffen, musst du eine entsprechenden Ausdruck in der Zielsprache finden – und das ist nicht immer einfach. Oft gibt es keine direkte Entsprechung und eine wörtliche Übersetzung ergibt entweder keinen Sinn oder sagt etwas völlig anderes aus. Das Risiko: Du könntest deine Zielgruppe ungewollt verwirren oder, schlimmer noch, sogar vor den Kopf stoßen.
Im Laufe der Jahre haben Fachleute Techniken entwickelt, mit denen Slangausdrücke übersetzt werden können, ohne an Aussagekraft einzubüßen. Wir werfen einen Blick auf einige dieser Techniken, die du bei der Übersetzung von Slang anwenden kannst. Zunächst einmal klären wir, was genau Slang bzw. Umgangssprache ist und warum es sinnvoll ist, bei der Übersetzung besonders darauf zu achten.
Slang ist eine informelle Sprache, die bestimmte Gruppen oder Subkulturen nutzen, um eine bestimmte Sichtweise auszudrücken. Diese Begriffe und Ausdrücke können je nach Land, Region oder Kultur stark variieren. Zum Beispiel:


Je häufiger Menschen Slang verwenden – sei es in Textnachrichten, Blogeinträgen oder im Alltag – desto stärker wird er Teil der Sprache und Kultur. Manchmal werden die Ausdrücke so geläufig, dass sie einen Platz im Duden bekommen, wie im Fall von „safe“ und „flexen“.
Das Wort „Digger“ dagegen (manchmal auch „Digga“ oder „Dicker“), das so viel wie Freund oder Kumpel bedeutet, hat es nicht in den Duden geschafft. Dort findet man Digger nur als Bezeichnung für einen Goldgräber.

Fallen dir noch andere Slangausdrücke ein, die es ins Wörterbuch geschafft haben – oder vielleicht auch nicht? Es gibt sicher viele Beispiele.
Die Übertragung von Slangausdrücken ist ein wichtiger Aspekt der Lokalisierung von Inhalten, also der Anpassung von Inhalten an die Kultur und den Kontext des Zielpublikums. Zusätzlich zu anderen Anpassungen kann Lokalisierung bedeuten, die typische Redewendungen und Slangausdrücke der Zielgruppe in den Text einzubauen, damit er authentisch klingt.
Hier ein kurzer Einblick in die Lokalisierung von Inhalten:
Enthält der zu lokalisierende Inhalt jedoch bereits Slang, muss dieser so übersetzt werden, dass die beabsichtigte Aussage vollständig erhalten bleibt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass bestimmte Inhalte und Botschaften in der Übersetzung verloren gehen.
Die Übersetzung von Slang kann allerdings knifflig sein. Wenn du umgangssprachliche Begriffe und Ausdrücke wortwörtlich in die Zielsprache überträgst – so wie du es bei nicht-umgangssprachlichen Inhalten tust – kann die Übersetzung eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Hier ein Beispiel aus dem englischsprachigen Film Clueless von 1995: In einer Szene sieht die Figur Lawrence den kahlgeschorenen Kopf seines Freundes Murray und sagt: „Das ist die Bombe!“
„The bomb“ ist ein englischer Slangausdruck, der in diesem Zusammenhang „cool“ bedeutet. Lawrence will damit sagen, dass Murrays rasierter Kopf cool aussieht. In den schwedischen Untertiteln wurde dieser Ausspruch jedoch mit „Det är en bomb“ übersetzt. Das bedeutet wörtlich „Es ist eine Bombe“ und bezieht sich möglicherweise darauf, dass ein rasierter Kopf wie eine Bombe aussieht (und nicht cool ist).
Auch wenn die alternative Interpretation hier funktioniert, erzeugt sie eine andere Bedeutung als die, die der Slangausdruck eigentlich vermitteln sollte. Deshalb ist es wichtig, Slang zu übertragen (nicht wörtlich zu übersetzen), um die gewünschte Botschaft rüberzubringen.
Eine gelungene Slangübersetzung zeigt deiner Zielgruppe, dass du ihre Sprache und Kultur wirklich verstehst – ein wichtiger Schritt, um Vertrauen aufzubauen. Außerdem hilft sie, Missverständnisse oder – noch schlimmer – beleidigende oder anstößige Ausdrücke zu vermeiden.
Wenn Slang oder Umgangssprache nicht vollständig aus dem übersetzten Text entfernt werden sollen, nutzen Übersetzer meist eine von drei Techniken, um sie zu übertragen. Welcher Ansatz sich am besten eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Art des Inhalts, den Ziel- und Ausgangssprachen sowie den spezifischen Slangausdrücken, die übersetzt werden sollen:
Bei einer wortwörtlichen Übersetzung werden umgangssprachliche Begriffe und Ausdrücke einfach direkt in die Zielsprache übernommen. Das kann bei manchen Wendungen und Sprachpaaren funktionieren, oft jedoch auch nicht. In dem Fall kann eine wörtliche Übersetzung dazu führen, dass die Bedeutung des Originals verfälscht wird.
Nehmen wir zum Beispiel den englischen Slangausdruck „I'm dead“. Er bedeutet, dass der Sprecher etwas zum Totlachen findet. Würde man das jedoch wortwörtlich in eine andere Sprache übersetzen, könnte es so rüberkommen, als ob man sagt, dass man gestorben ist. Das ergibt ersten keinen Sinn und gibt zweitens die Bedeutung, dass etwas sehr komisch ist, überhaupt nicht wieder.
Dieser Ansatz wird häufig verwendet, wenn umgangssprachliche Begriffe und Ausdrücke aufgrund kultureller oder sprachlicher Unterschiede in der Übersetzung als vulgär oder beleidigend empfunden werden könnten. Die Übersetzer schwächen solche Ausdrücke in der Regel ab, aus Rücksicht auf das Zielpublikum.
Im englischsprachigen Comic The Punisher gibt es zum Beispiel folgende Zeile: „I'd rather not be left stuck to your crappy car(sic)“ (dt. „Ich möchte lieber nicht in deinem beschissenen Auto festsitzen“). Da die Übersetzung des Wortes „crappy“ (dt. beschissen) in Bahasa Indonesia als anstößig empfunden werden könnte, passte der Übersetzer Hindi R. Ibrahim die Zeile an: „Aku tidak ingin terjebak di sini dalam mobil bututmu“.
Auf Deutsch bedeutet der Satz: „Ich möchte hier nicht in einem schrottreifen Auto festsitzen.“ Der Übersetzer schwächt das Wort „crappy“ ab, indem er sich nur auf den Aspekt des schlechten Zustands des Autos („bututmu“) fokussiert und den vulgären Anklang weglässt.
Bei der stilistischen Kompensation wird der ursprüngliche Slangbegriff durch ein kontextuell passendes Wort oder einen Ausdruck aus der Zielsprache oder -kultur ersetzt. Das ist die gängigste Methode zur Übersetzung von Slang, da sie meist die Bedeutung des Ausgangstextes am besten wiedergibt.
Wenn du zum Beispiel das englischsprachige Buch The Catcher in the Rye von J.D. Salinger gelesen hast, erinnerst du dich vielleicht daran, wie Holden an einer Stelle zu Sunny sagt: „I have plenty of dough.“ „Dough“ ist eigentlich ein Wort für den „Teig“, den man backt. Hier ist „dough“ allerdings ein Slangwort für Geld, und Holden möchte Sunny damit sagen, dass er reichlich Geld hat.
In einer litauischen Übersetzung des Buches von P. Gasiulis heißt es in derselben Zeile „Pinigų turiu iki kaklo“, was so viel bedeutet wie „Ich habe Geld bis zum Hals“. Diese litauische Übersetzung gibt nicht nur die beabsichtigte Bedeutung wieder, sondern verwendet dafür einen eigenen Slangausdruck, der ebenso umgangssprachlich klingt.
(Ein Kommentator merkte übrigens an, dass die stilistische Kompensation noch treffender gewesen wäre, wenn der Übersetzer einen litauischen Slangausdruck für „Geld“ verwendet hätte, z. B. „babkės“).

Wenn du in deinen Texten Umgangssprache oder Slang verwendest und diese wörtlich übersetzt, gehen wichtige Nuancen verloren. Außerdem wird der Text für dein Zielpublikum dadurch weniger verständlich. Daher empfehlen wir dir, umgangssprachliche Ausdrücke so weit wie möglich mit einer der drei oben genannten Techniken anzupassen.
Mit der Übersetzungslösung für Websites von Weglot kannst du Slang und Umgangssprache konsistent übersetzen, egal wie umfangreich deine Website ist. Weglot kombiniert maschinelle Übersetzung mit umfassenden Optionen zur Überarbeitung und übersetzt deine Inhalte sofort in über 110 verschiedene Sprachen. Dank eines integrierten Übersetzungsglossars kannst du festlegen, wie umgangssprachliche Begriffe und Phrasen für verschiedene Sprachpaare übersetzt werden sollen.
Alle Übersetzungen – ob Slang oder nicht – werden zentral im Weglot-Dashboard gespeichert. Dort kannst du interne und externe Mitarbeiter einladen, um zu prüfen, ob die Übersetzungen die gewünschte Bedeutung korrekt wiedergeben, und sie bei Bedarf weiter anpassen. Die Übersetzungen erscheinen dann automatisch auf deiner Website in sprachspezifischen Subdomains oder Unterverzeichnissen – ganz ohne manuelles Hochladen oder Copy & Paste.
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